Die amerikanischen Moslems und PI

Da Politically Incorrect nun wirklich nahezu selbst jeden noch so unwichtigen Fliegendreck verbreitet, verwundert es nicht, dass nun darüber berichtet wird, dass in den USA Ermittlungen aufgenommen wurden, weil dort vor einer Moschee ein zerrissener Koran mit der Aufschrift "Mohammed war ein Kinderschänder" nebst Schweinefleischstreifen abgelegt wurde.

So etwas erhärtet nicht nur in den USA sondern auch in Deutschland zumindest mehr als nur einen (wohl nicht unbegründeten) Anfangsverdacht bzgl. Volksverhetzung, Verletzung von diversen Bürgerrechten wie freier Religionsausübung usw usf.

Besteht nun aber solch ein Verdacht, muss eine Staatsanwaltschaft oder andere Behörde (je nach Verdacht und Organisation der Behörden) die Ermittlungen aufnehmen; dazu gibt es verpflichtende Gesetze.

Aber in dem hier vorliegenden Fall ist das ganze sogar noch einfacher selbst für PI Blogger verständlicher; es wurde nämlich eine Anzeige gestellt und einer Anzeige muss nunmal nachgegangen werden in einem Rechtsstaat. Das ganze ist also schonmal etwas anders als dargestellt: die Ermittlungen wurden nicht wegen dem verunstalteten Koran aufgenommen, sondern weil es eine diesbezügliche Anzeige gab.

Zudem wird zu Beginn des PI Artikels noch ein Vergleich zu einer angeblich "ähnlichen" Geschichte in Deutschland gezogen, wo der "Staatsschutz" die Ermittlungen aufgenommen hat. Dabei hat in den USA selbst nach den Informationen von PI der Staatsschutz überhaupt keine Ermittlungen aufgenommen; vielmehr will die lokale Polizei das FBI lediglich informieren. Und selbst wenn es eingeschaltet werden würde, hat das noch lange nichts mit einem Staatsschutz zu tun; genausogut könnte man die üblichen Ermittlungen des FBI wegen beispielsweise Diskriminierung, Drogenhandel, Mord etc. auch als Staatsschutz bezeichnen.

Bezeichnend hier der letzte Satz in dem PI Bericht:

Wie auch immer: Wir mögen unsere Volksverhetzung [..]
. Der PI Schreiberling hat hier vermutlich ein wenig die sonst übliche (sowieso schon niedrige) Grenze zur Zurückhaltung überschritten; bezeichnend für viele PI Beiträge ist dies aber allemal.

In diesem Zusammenhang ist zudem ein Blick auf den angeblich ähnlichen Fall in Deutschland lesenswert.

Zuallererst fällt auf, dass eine Ähnlichkeit wohl nur dann besteht, wenn man ein zerissenes Buch mit einem Brandanschlag auf eine Moscheebaustelle gleichsetzt. Für den gewöhnlichen PI Leser / Schreiber scheint das aber offenbar ein normales Gedankenmuster zu sein.

Es ist hier zuallererst offensichtlich, dass PI außergewöhnlicherweise mal nicht die Überschrift seiner Quellen einfach so mit in die eigene Überschrift oder zumindest den Subtitel übernimmt; aus dem Brandanschlag auf die Moscheebaustelle wird so ein harmloser angezündeter LKW. Das ist zwar auch nicht falsch, aber eben verharmlosend.

Lustigerweise unterstellt PI sodann, dass es aufgrund der Stigmatisierung durch die Gegner der Moscheegegner sowieso letzten Endes nicht interessiert, wer den Anschlag wohl wirklich ausgeübt hat. Höchstwahrscheinlich vermutet PI also selbst den Täter in einem ähnlichen ideologischen Umfeld wie sich selbst, und will diesen und sich selbst somit schützen. Es wäre ja auch denkbar, dass die Befürworter der Moschee den Anschlag selbst verübten um die Gegenseite zu verunglimpfen. Aber selbst aus PI Sicht ist es offensichtlich wahrscheinlicher, dass der Anschlag wohl doch durch aus dem breit gefächerten Lager der Moscheegegner kam.

Noch interessanter ist aber, dass bei PI weiterhin eine sehr große und erschreckende Unwissenheit über deutsche Gesetze und Ordnungen vorherrscht. So wundert sich PI, dass bei einem Anschlag auf die Baustelle einer religiösen Einrichtung ein Verdacht auf den Zusammenhang mit rechtsextremistischen bzw. allgemein verfassungsfeindlichen Kreisen vorliegt, und somit die dafür zuständige Behörde ermittelt (ermitteln muß); während gleichzeitig bei Körperverletzung kein Staatsschutz ermittelt. Zumindest bei PI scheint man nicht zu verstehen warum das so ist.

13.4.07 13:36, kommentieren

Versteckte Aufrufe? Eine kleine Buchbesprechung.

Stefan Herre unterstützt nun scheinbar arme unbeachtete Autoren. Beachtenswert hieran ist zuallererst, dass er über das dort kostenlos herunterladbare Buch "Tanz der Werte" ca. 5 mal mehr schreibt als in seinen sonstigen Artikeln zum Zeitgeschehen.

Da er normalerweise nicht so schreibfreudig ist, ergibt sich also die Frage, wieso er sich gerade bei dieser Buchvorstellung eine Mühe macht, die ihm sonst selbst bei der Beurteilung von über einer Milliarde Menschen oder der deutschen Politik nicht zueigen ist.

Von daher hat MK sich mal eingelesen und einige recht interessante Stellen gefunden. Im Gegenteil zu den Werbungen Ausführungen Herres ist die eigentliche Hauptaussage des Buches offenbar gerade nicht, warum wir nichts über unsere Werte wissen; vielmehr wird bereits zu Beginn deutlich gemacht, dass die vermeintlich vergessenen Werte nur durch ein gewalttätiges Ereignis wieder in Erinnerung gebracht werden können.

MK zitiert:


Das kontinuierliche Weiterwirken von Werten in einer wertevergessenen Welt.

Unter diesen Voraussetzungen, unter dieser Analyse reifte ein lähmendes Eingeständnis von Ausweglosigkeit heran, in der man sich selber, in der sich offenbar das gesamte Land befand.

Eine Ausweglosigkeit, aus der man das Land und sich selber nun befreien würde.

Es wird eine eruptive Form der Befreiung werden müssen, sollte nicht, wie in diesem Lande ansonsten üblich, alles in fruchtlosem Verfahrensstreit enden.


Auffällig ist zudem, dass der Autor des Buches vermutlich in seiner persönlichen Vergangenheit diverse Schwierigkeiten mit dem weiblichen Geschlecht gehabt haben muss; anders kann es sich MK nicht erklären, warum gerade die Pille und den Frauen fälschlich zugestandene Fähigkeiten unter Vernachlässigung ihrer ursprünglichen, althergebrachten "Fähigkeiten" als Indiz für das Vergessen von Werten bzw. einen Werteverfall angeführt werden.

Zudem lässt sich der Autor Eklat seitenlang darüber aus, wie ungerecht es sei, dass die Partnerwahl ausschließlich durch die Frau durchgeführt wird und der Mann nur hoffen könne, dass die ihn Auserwählende zumindest ein wenig hübsch sei; beeinflussen könne er selber gar nichts. Ganz offensichtlich hat Eklat sehr persönliche unangenehme Erfahrungen machen müssen; aber warum steckt er diese in ein Buch über den allgemeinen deutschen Werteverfall und die Folgen eines Wirtschaftszusammenbruchs; wäre da nicht ein kommentiertes Tagebuch oder ein Besuch beim Psychologen hilfreicher gewesen?

Nach dutzenden von Seiten an Ausführungen über die Biographie der späteren Attentäter und über den Oklahoma Bomber und den Angriff auf das Eigene Wertesystem durch fremde Wertesysteme (gemeint sind natürlich islamistische Terroristen) dann plötzlich dieser Absatz:


Gelingt es nicht, bei uns die verbindenden Werte in den Vordergrund zu stellen, gelingt es nicht, den Menschen die Möglichkeit zu erhalten, sich dieser Werteordnung verpflichtet zu fühlen, so wird es unmöglich sein, mit anderen als den Mitteln der Unterdrückung und Gewalt als Gesellschaft zu überleben.


Es soll dem Leser als weisgemacht werden, dass man nur mit selbst ausgeführter Gewalt gegenüber der eigenen Gesellschaft die eigenen Werte erhalten kann; es sei denn die Gesellschaft (er)kennt die eigenen Werte selbstständig; was ja aber durch das komplette Buch hinweg abgestritten wird.

In einer anderen Textstelle wird (sehr umständlich) die These aufgestellt, dass die durch die deutschen Gesetze geschaffene Gerechtigkeit die Ursache für den vermeintlichen Niedergang des Landes und der Werte ist.


Der Niedergang ist eine Folge der Gerechtigkeit.


Von daher ist es, versucht man sich in den Autor zu versetzen, gar nicht mehr so unlogisch, wenn er meint, seine Protagonisten könnten nur durch Gewalt gegen die eigene Gesellschaft diese retten. Gefährlich ist jedoch, dass diese Gedankengänge über Gewalt, Werteverfall, Gerechtigkeit als Ursache etc, klar erkenntlich Gedankengänge des Autors oder zumindest einer Art Off-Stimme sind; sie sind nicht als Gedanken der Protagonisten gekennzeichnet.

In Anbetracht der Gewaltforderung als Lösung des Werteproblems ist es zudem äußerst fragwürdig, in diesem Zusammenhang mit solcherlei Sätzen zu argumentieren:


Dieser Hitler wird eine einmalige Erscheinung, eine eigenständige historische Dimension bleiben. Dieses Rad war einfach zu groß, um nochmals gedreht zu werden. Es braucht aber keinen Hitler, um erneut in Gewalt zu versinken.


Erwähnenswert ist übrigens für diejenigen, die anhand der Werbung von Herre ein spannendes Buch voller Attentate und Verschwörungen erwarten, dass erst gegen Ende des Buches und auch nur für ein paar wenige Seiten die reale Handlung der Sprengungen und ihre Folgen beschrieben werden.

Es erscheint MK unlogisch, dass sich das zu nahezu allen us-amerikanischen Entscheidungen bekennende Blog PI zu einem Buch bekennt, durch dass sich der rote Faden der immens wichtigen völligen Freiheit und eines Staates mit nahezu keiner Polizei- und Überwachungs- bzw. Ordnungsfunktion zieht; wo doch die USA genau das Gegenteil darstellen.

Was außerdem auffällt ist das ständige Bejubeln Serbiens, so gibt es beispielsweise in dem Buch eine kleine Gruppe von vielleicht 4 Dutzend serbischen Söldnern, anhand derer Professionalität von einer glücklichen Fügung gesprochen wird, dass diese nicht an Kämpfen gegen Deutschland teilgenommen haben. Auch wird auffälig oft wiederholt Milosevic als relativ harmloser, mißverstandener und dem Westen falsch präsentierter Politker dargestellt. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln, und wären vielleicht mit einer ausführlichen Biographie des Autors beantwortbar.

Anmerkung von MK: Ob der Autor von "Tanz der Werte" wirklich E. Eklat heisst wie PI berichtet ist fraglich; wahrscheinlicher ist E. Ekat

12.4.07 07:46, kommentieren

Erneute PI Missetaten

Das ehemals hier auf myblog.de vertretene Blog Politically Incorrect leistet sich weitere haarsträubende Fehlberichte, während die dortige Leserschar wächst und sich niemand daran zu stören scheint.

So wird zum beispiel behauptet, Kurt Beck hätte den "moderaten Taliban" entdeckt; obwohl diese Formulierung vom afghanischen Präsidenten Karzai stammt, der nach eigener Bekundung zudem jeden nicht extremistischen Taliban gerne in Afghanistan sieht, mithan hat Karzai aber eben nicht Beck den Begriff moderaten Taliban "entdeckt". Beck hat diesen Begriff lediglich aufgenommen und Karzais Vorschlag der Zusammenarbeit mit solchen moderaten Taliban (ob es sie gibt sei dahingestellt) an die Öffentlichkeit transportiert. Er hat dabei jedoch nie von einer Zusammenarbeit mit Terroristen oder Extremisten gesprochen, denn Karzai selbst schließt dieses kategorisch aus.

Man erinnere sich dabei, dass die USA es waren, die Karzai zur afghanischen Präsidentschaft verhalfen, und dass PI uneingeschränkt die amerikanische Politik unterstützt.

Wie also kommt es zu solcherlei Artikeln auf PI? MK vermutet dahinter schlichtweg Unwissenheit und die Unfähigkeit, diese Unwissenheit zu erkennen und aus ihr resultierend zumindest Zusammenhänge zu recherchieren.

In diesem Beitrag will Politically Incorrect darstellen, wie sehr deutsche Medien angeblich die Leser hinters Licht führen.

Dabei ist es vielmehr der Leser von PI der offenbar hinters Licht geführt werden soll; denn weder in den dort verlinkten Artikeln, noch im offiziellen Polizeibericht zu dieser Angelegenheit ist von einem Ehrenmord die Rede; dennoch schreibt PI den Ehrenmord sogar in die Überschrift. Entweder weiß PI mehr als die Polizei und sämtliche lokalen Medien oder aber PI ist mal wieder seiner eigenen Panikmache in vorauseilendem Gehorsam gefolgt.

Wunderlich ist zudem jener Artikel, in welchem PI einen Auszug aus dem Newsletter der israelischen Botschaft (korrekt formuliert wäre hier übrigens gewesen "der israelischen Botschaft Deutschlands") unkommentiert veröffentlicht, welcher lediglich davon handelt, dass israelische Frauen die höchste Geburtenrate in Europa haben.

Jeder halbwegs gebildeten Menschen denkt hier sicherlich sofort: Israel in Europa? Ganz genau, Israel liegt ja überhaupt nicht in Europa. Aber bei PI scheint das niemanden aufgefallen zu sein (vor allem nicht Stefan Herre), so dass diese Überschrift einfach übernommen. (abschreiben ist ja auch zugebenermaßen einfacher als selbermachen)

Geht es aber bei PI um das Thema Türkei, so wird die Tatsache, dass die Türkei größtenteils in Asien liegt, gerne als Argument dafür genommen, einen türkischen EU Beitritt zu verneinen. Dabei liegt die Türkei doch aus europäischer Sicht noch vor Israel.

Damit aber nicht genug; hier schafft es Politically Incorrect in einem Beitrag über eine TV Sendung über die Gemeinsamkeiten zwischen den Büchern Koran und Bibel, diesen deswegen als falsch und heuchlerisch darzustellen, weil Koran und Bibel ja heute verschieden ausgelebt werden.

Ganz abgesehen davon, dass es in beiden Religionen ausreichend Menschen gibt, die massiv gegen ihre eigene Religion verstoßen und anderen Menschen schaden, ist es ein (vor allem rhetorisches) Unding, zu sagen, der Vergleich Bibel - Koran wäre unzutreffend, weil der Islam als friedlicher als das Christentum dargestellt wird. Denn gerade der Islam wurde ja nicht mit dem Christentum verglichen sondern der Koran mit der Bibel.

Auch der Artikel über Darfur zeugt von allerlei Unkenntnis und Unverständnis der PI Macher.

So wird zuallererst behauptet, Darfur wäre eine Provinz; die richtige Formulierung wäre jedoch Region, denn Darfur besteht aus 3 Provinzen. Scheinbar weiß PI auch hier nicht viel bis gar nichts worüber es überhaupt schreibt.

Zudem behauptet PI, dass über Darfur überhaupt nicht berichtet würde; dabei zeigt alleine die News Suche von Google fast 900 Einträge zum Thema Darfur.

PI erwähnt auch nicht, in welchem Hexenkessel Darfur wirklich steckt sondern beschränkt die Konflikte lediglich auf "weiße gegen schwarze Moslems". So mischt sich zum Beispiel selbst Frankreich in Gestalt seiner lokalen Vertretung Tschad in die Konflikte ein; nahezu jede westliche Großmacht (EU; USA; UN etc) hätte gerne Kontrolle über das rohstoffreiche Darfur.

Die Krönung ist jedoch, dass PI westlichen "Bessermenschen" (neben "Gutmenschen" die dortige negativ wertende Bezeichnung für jeden der nicht auf PI - Kurs liegt) unterstellt, sie würden nicht in Darfur eingreifen, weil sie sich mit dem Fall Kurnaz beschäftigen. Dabei hat dieser weder etwas mit Darfur zu tun, noch mit der UN, der EU oder irgendwelchen Militäreinsätzen.

Vielmehr ist es doch so, dass durch die völkerrechtswidrigen Kriege in Afghanistan und Irak, angeführt von den USA (deren politischem Kurs PI ja uneingeschränkt zustimmt) sowie den Libanon- und Irankonflikten nahezu jedes westliche Land bereits seine Truppen ausreichend gebunden hat, so dass selbst beim besten Willen nicht mehr ausreichend Raum bliebe, um eine Region von der 1,5 fachen Größe Deutschlands zu befrieden.

Nachtrag vom 13.04.2007:
Auch das UNRIC bestätigt die Einbeziehung von ehemaligen Extremisten und Kriegsverbrechern in die Gespräche mit der (von den USA massiv geförderten) afghanischen Regierung. Und all das soll wie PI behauptet Kurt Beck "entdeckt" haben?

1 Kommentar 11.4.07 21:23, kommentieren

Die PI-(Blog)Wut hält an.

In gleich mehreren Beiträgen stellt Politically Incorrect erneut seine Paranoia zur Schau.

So wird zum Beispiel in diesem rhetorisch und stilistisch absolut verwirrten Artikel unterstellt, die USA bzw. dortige Institutionen würden sich einem moslemischen Diktat unterwerfen, indem sie das moslemische Ritual der männlichen Beschneidung fördern.

Dabei wird total ignoriert, dass die männliche Beschneidung überhaupt keinen moslemischen Ursprung hat, dass sie vielmehr jüdische bzw. noch ältere Wurzeln hat; und vor allem, dass eben gerade in den USA die dort sehr verbreitete Beschneidungspraxis teils jüdische und teils schlichtweg bereits nahezu gewohnheitliche (immerhin werden dort alleine jährlich über eine Million Neugeborene beschnitten) Gründe hat, aber sicherlich keine moslemischen. Aber dennoch nutzt PI selbst dieses total harmlose Thema, um Angst vor Moslems zu erzeugen.

In diesem Eintrag wiederum bezieht sich PI auf einen eigenen, österlichen Beitrag.

Darin hatte PI über die bösen moslemischen Bäckereien und Buden berichtet, die sich einfach nicht an die Kölner Ladenschlussgesetze für die Feiertage halten. Nun aber stellt sich heraus, dass die Zeitung, die vor Ostern kurz über die sodann von PI aufgegriffenen Ladenschlussgesetze berichtet hatte, sich gar nicht ausführlich genug dazu geäußert hatte und es ja doch etliche Sonderregelungen und Ausnahmen gibt. Bei dieser Zeitung handelt es sich übrigens um den Kölner Express; einer Zeitung die ein ähnliches "Niveau" wie die BILD aufweist.

Was aber sagt uns die ganze Geschichte jetzt? Nun, PI bezieht Meinungen aus drittklassigen Quellen, überprüft diese nicht und macht auch noch total abgedrehte und sinnfreise Berichte daraus. Und wenn sich dann herausstellt, dass die eigene Quelle doch nicht so prall war, dann schreibt man auch noch öffentlich drüber, und anstatt sich für solcherlei miese Recherche zu entschuldigen empört man sich über die Quelle selbst.

Außerdem verrät uns Politically Incorrect, dass ein hoher saudi-arabischer Islam-Gelehrter seinen Studenten empfohlen hat, während ihres Studiums westliche Frauen zu heiraten und diese nach dem Studium wieder zu verstoßen. Also Quelle wird dabei lediglich eine weitere relativ islamfeindliche Seite angegeben. Zudem ist die dort wiederum verlinkte Quelle in arabischer Schrift und somit nicht nachvollziehbar. Andere Quellen zu diesem Thema sind weder in deutscher noch in englischer Sprache auffindbar.

Zu finden ist lediglich eine einzige Quelle, die erläutert, dass es saudischen Studentinnen verboten ist, ohne männliche Begleitung (Ehemann, Bruder, Vater) das Land zu verlassen, weswegen diese sich eben zumeist einen Ehemann für die Zeit des Studiums suchen. Ob PI da etwas missverstanden hat?

Deutlicher werden aber Stefan Herre bzw. seine Kommentatoren in diesem unkommentierten Videoausschnitt eines zum Gebet rufenden Muezzin in New York.

Erneut wird von Herre indiziert und freudig von den Lesern und Kommentatoren (die ja eben freigeschaltet werden müssen und vor allem löschbar sind) aufgenommen, dass die bösen Moslems sich über den Westen lustig machen (bzw. ihn vereinnahmen wollen) und eigentlich am besten verboten/abgeschafft wären.

In den widerwärtigen Kommentaren wird unter anderem zu Gewalt mit Ziegelsteinen und Gewehren gegenüber den New Yorker Moslems aufgerufen, der Gebetsruf als krank und pervers bezeichnet und der Muezzin selbst als "Vorwixer".

Abschließend sei hier noch über den angeblichen Hitlergruß eines Moslems vor der Kölnarena berichtet. Die PI Schreiberlinge scheinen noch nicht sehr viele grüßende Menschen gesehen zu haben (woran das nun wieder liegen mag?), sonst wüssten sie, dass ein erhobener Arm beim Grüßen oder auch anderen Tätigkeiten gar nicht so selten vorkommt.

Zur Verdeutlichung noch einmal das auf PI gezeigte Bild sowie 2 andere:





11.4.07 02:32, kommentieren

fremdenphobische Traumwelt

Das ebenfalls auf myblog.de gastierende Blog Kewil beschreibt in diesem kurzen Beitrag sehr deutlich, wie wohl jeder Mensch mit Fremdenangst gerne leben würde: in einer undemokratischen Welt wo zugunsten der Isolation vor Fremden auf Recht und Gesetz keine Rücksicht genommen wird.

10.4.07 05:47, kommentieren

Intentionen und Ideologien

Erneut zeigt Politically Incorrect seine (zumindest ideologische) Nähe zu rechten Vereinigungen.

Dieses Mal berichtet das Blog über eine Aktion der Bürgerbewegung Pro Köln.

Dabei wird mal wieder darüber hinweg gesehen, dass Pro Köln klare Verbindungen in die rechte Szene hat, was nicht nur an der Vergangenheit von Pro Köln sichtbar ist, sondern auch an jüngsten Geschehnissen.

So sei hier beispielhaft auf folgenden Artikel des Kölner Stadt Anzeigers verwiesen; ein Zitat daraus:

Ein Beispiel für die Gesinnung der ultrarechten Aktivisten lieferte Pro-Köln-Ratsfrau Judith Wolter im Zusammenhang mit dem bevorstehenden 60. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges. Der 8. Mai sei für sie „sicherlich kein Datum zu feiern“, verkündete sie unlängst in einer Ratssitzung. Damals sei „de facto ein Drittel des damaligen Reichsgebietes verloren gegangen“.


Viele hohe Pro Köln Mitglieder (Vorsitzender, Schatzmeister etc) waren früher Mitglieder der Republikaner, einer war in der Jugendbewegung der NPD; viele Pro Köln Gründungsmitglieder rekrutierten sich aus der Deutschen Liga für Volk und Heimat.

Abgesehen von den Moslems hat Pro Köln auch Schwule, Lesben, Sinti & Roma sowie internationale Großbanken im Visier und bedient damit klar sämtliche typischen ausländerfeindlichen und sogar antisemitischen Klischees. Selbst die Rechte von Prostituierten sind Pro Köln ein Dorn im Auge.

Ich hatte bis vor einigen Jahren die Ehre selbst in Köln zu wohnen zu können und konnte mich damals persönlich davon überzeugen, dass die "Aufmärsche" von Pro Köln vor allem im Typus der Teilnehmer keinen besonderen Unterschied zu allseits bekannten NPD Demonstrationen bilden; nur dass bei Pro Köln neben den üblichen kahlrasierten Springerstiefelträgern deutlich mehr Menschen mitlaufen, denen man zumindest visuell eine Sympathie zu solch Rechten nicht zutrauen würde.

Was also mag Politically Incorrect mit einer weiteren Zurschaustellung recht(sextrem)er Verbindungen bezwecken? Oder ist das das erneute Offenlegen der Gemeinsamkeiten mit der rechten Szene unbewußt geschehen; in dem guten Glauben, der gemeine PI Leser vermag solche Zusammenhänge sowieso nicht entdecken, geschweige denn verstehen?

Wieso wird auf der einen Seite (zu Recht) gegen diejenigen Moslems angeschrieben die Juden hassen, aber auf der anderen Seite wird rechten Verbindungen mit deutlich antisemitischem Hintergrund eine Plattform gebeten, sobald diese ihrerseits gegen (alle) Moslems hetzen? Der Hass gegenüber Moslems ist bei PI also deutlich stärker ausgeprägt als die Kampf gegen Antisemitismus; und das obwohl PI sehr starke Verbindungen in jüdische Netzwerke hat. Ob diese wiederum von dieser Doppelmoral wissen? Und wohin kann/wird dieser (scheinbar?) so überaus starke und positive Dinge wie den Kampf gegen Antisemitismus überwiegende Hass auf alles moslemische noch führen?

10.4.07 03:26, kommentieren

Die BILD und der Duden

Obwohl sowohl der Duden als sogar auch die selbst für BILD-Redakteure (hoffentlich) leicht zu bedienende Wikipedia eine Atommacht als Staat mit Atomwaffen definiert, ordnet BILD-Online (und vermutlich bald auch die Offline-Ausgabe) den Iran kurzerhand als "Atom-Macht" ein; lediglich aufgrund der Tatsache, dass der Iran nunmehr in "industriellem Ausmaß Kernbrennstoff herstellen" kann.

Ganz abgesehen von dieser äußerst frechen Andersdefinierei deutschen Sprachgutes ignoriert die BILD dabei völlig, dass der iranische Ajatollah Khamenei eine Fatwa gegen mögliche iranische Kernwaffen ausgesprochen hat. Und das, obwohl Medien wie die BILD nicht müde werden, andere Fatwas als allgemeingültige und für Staaten wie den Iran quasi als Gesetz geltende Instanzen zu bezeichen; gerade wenn es um Angelegenheiten wie beispielsweise Rushdie geht.

Hier wird also wieder einmal nicht nur mächtig übertrieben, sondern auch mit zweierlei Maß gemessen.

10.4.07 01:13, kommentieren

Wie der SWR laut PI die Zukunft Deutschlands aufs Spiel setzt

In einem für so einen gewaltigen Vorwurf erstaunlich (aber üblich) kurzen Beitrag regt sich Stefan Herre von Politically Incorrect darüber auf, dass der SWR an dem geplanten Wort "Islamischen Wort" festhält.

Dabei scheint es PI (mal wieder) unter anderem entgangen zu sein, dass auch der moslemische Teil der Bevölkerung GEZ Gebühren entrichtet und somit einen Anspruch auf die öffentlich-rechtliche Grundversorgung haben. Und es ist wohl kaum bestreitbar, dass Themen der eigenen Religion zu den medialen Grundbedürfnissen von (gerne auch nur einigen) Gläubigen gehören.

Aber natürlich gibt es für Politically Incorrect nur christliche und höchstens noch jüdische Grundbedürfnisse in Deutschland, den üblichen PI Leser und - Schreiberling würde es vermutlich ja nicht stören wenn es morgen keine Moslems weltweit (in Deutschland) geben würde; Aufrufe zur Zwangssterilisierung von Moslems gehören auf den PI Seiten ja durchaus nahezu zum Alltag.

9.4.07 23:22, kommentieren

PI kontra Annäherung

Anstatt ein in Hamburg stattgefundenes gemeinsames Gebet von Christen und Muslimen zu begrüßen, verurteilt PI dieses (erwartungsgemaß) und meint, zur Untermauerung seiner Ablehnung mal wieder Koransuren aus dem Zusammenhang reißen zu können.

Der erste Fehler hieran ist, dass diese Suren überhaupt nicht in Gebeten beinhaltet sind. Zudem haben die dortigen Angriffe auf die Ungläubigen (mit denen übrigens im Koran Christen überhaupt nicht gemeint sind, ebenso keine Juden) keine allgemeingültige Aussagekraft sondern sind vielmehr Zitate aus der Zeit Mohammeds, als dieser im realen Kampf mit diesen "Ungläubigen" lag und seine damaligen Anhänger mit seinen Reden in die diversen Kämpfe führte. Nirgendwo im Koran gibt es eine Handhabe für die übliche Unterstellung von PI, diese Kampfaufrufe hätten eine über die damaligen Kämpfe hinausgehende Gültigkeit.

Es gibt nur zwei Typen von Menschen, die genau dieses behaupten. Auf der einen Seite Islamisten / Terroristen, die ihre Anhängern und sich selbst mit diesen zusammenhanglosen Zitaten aufhetzen; und auf der anderen Seite Menschen, die generell jeden Moslem für diese Stellen im Koran verurteilen. Während erstere also diese Stellen benutzen, um direkte physische Gewalt zu erzeugen, nutzen letztere sie aus, um größtenteils Menschen rein psyschisch zu beeinflussen. Verurteilenswert ist beides gleichermaßen, schürt dieser Teufelskreis doch Hass anstatt Annäherung und Freundschaften zu fördern.

Erwähnenswert ist weiterhin, dass die in dem PI Artikel erwähnten Leitlinien der Evangelischen Kirche Deutschlands unter anderem folgenden Absatz beinhalten, aus welchem keinerlei Verbot einer Annäherung zu ersehen ist, eher im Gegenteil:

Vielfältige Möglichkeiten ergeben sich vor Ort. Aus zahlreichen Begegnungen entsteht langsam Vertrauen, aus dem die Überzeugung wachsen kann, in gemeinsamer Verantwortung für das Gemeinwohl zu wirken. Gemeinsame Interessen fördern die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Zusammenarbeit stärkt wiederum Vertrauen, welches neue Kräfte des Miteinanders entbindet.

9.4.07 23:12, kommentieren

PI differenziert mal wieder

Obwohl im eigenen Artikel ausdrücklich erwähnt wird und zudem allgemein bekannt ist, dass sowohl Juden als auch Moslems lieber schächten als Tiere auf andere Weise zu töten (angemerkt sei jedoch, dass beide deutlich mehr "normal" getötete Tiere essen als geschächtete), werden (mal wieder) ausschließlich Moslems als die bösen Schächter dargestellt.

Zudem durchbricht PI die konsequente PETA-Argumentation, dass PETA generell jedes Töten von Tieren verurteilt mit seinen negativen Äußerungen über Moslems.

Jegliche Objektivität und Neutralität (2 Religionen schächten, nur eine jedoch wird dafür verurteilt) fehlen also erneut. Wiederum schneidet sich PI also ins eigene Fleisch und zeigt offen seine Intoleranz; Menschen sind nicht gleich Menschen, Moslems sind für PI schlechter und verurteilenswerter als andere mit genau demselben Verhalten.

Eine kleine Notiz am Rande: PETA wurde nicht, wie PI mit seinem Link indiziert, rechtskräftig verurteilt, Käfighühner mit KZ-Insassen gleichzusetzen und somit Volksverhetzung zu begehen; vielmehr gibt es sogar ein Gerichtsurteil aus Österreich welches genau das verneint; die deutsche Berufungsverhandlung fand nach MK - Kenntnis noch überhaupt nicht statt.

Wenn PI schon so wenig schreibt, dann doch bitte halbwegs vernünftigt recherchiert; soviel Zeit sollte doch trotz der offensichtlichen Konzentration auf das Verbreiten von Antipathie gegenüber Moslems wenigstens bleiben.

9.4.07 22:55, kommentieren


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